13 praktische Tipps, um beim Wandern Blasen am Fuß zu vermeiden

Eine Gruppe von Wanderern geht, ganz ohen Blasen am Fuß, in einer Reihe hintereinander durch den Wald
 
 

Auf einen Blick:

  • Passen Sie Ihre Wanderschuhe richtig an: weder zu eng noch zu locker, um Druckstellen zu vermeiden.

  • Heilwolle in den Socken ist eine natürliche Alternative zu klassischen Blasenpflastern. Dank des enthaltenen Lanolins schützt sie die Haut und reduziert Reibung.

  • Laufen Sie Ihre neuen Wanderschuhe vor der Wanderung unbedingt ein.

  • Tragen Sie Funktionssocken, idealerweise mit Merinowolle. Doppel- oder Unterziehsocken helfen zusätzlich, Blasen beim Wandern zu vermeiden.

  • Wechseln Sie feuchte Socken möglichst schnell. Nässe erhöht das Risiko von Blasen am Fuß deutlich.

  • Legen Sie alle 2 Stunden eine Pause ein, damit Ihre Füße trocknen und abkühlen können.¢

 
 

Laut einer 2022 in PubMed veröffentlichten Studie mit 203 Pilgern auf dem Jakobsweg leiden rund 68,5 % aller Wanderer unter Blasen am Fuß. Egal ob erfahrere Bergwanderer oder Anfänger: Blasen beim Wandern können jede Tour zur Qual machen. Die gute Nachricht? Mit den richtigen Maßnahmen lassen sich Blasen vermeiden.

1. Tragen Sie gute Wanderschuhe

Hochwertige Wanderschuhe sind die wichtigste Grundlage, um Blasen beim Wandern zu vermeiden. Lassen Sie sich am besten in einem Fachgeschäft beraten und probieren Sie verschiedene Modelle an. Wanderschuhe fallen häufig etwa eine Nummer größer aus als normale Alltagsschuhe. Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe weder drücken noch zu locker sitzen. Zu viel Bewegung im Schuh ist eine der häufigsten Ursachen für Blasen am Fuß.

Tipp für Frauen mit breiten Füßen oder Hallux valgus: Oft kann ein Herrenmodell angenehmer sein, da es im Zehenbereich mehr Platz bietet und schmerzhafte Druckstellen reduziert.

2. Verwenden Sie Heilwolle 

Naturbelassene Heilwolle ist eine umweltfreundliche Alternative zu synthetischen Pflastern. Schafwolle enthält von Natur aus Lanolin – ein hautpflegendes Wollfett mit schützenden Eigenschaften. Dieses Fett schützt die Haut vor Feuchtigkeit und Reibung. Die Wolle kann viel Feuchtigkeit aufnehmen und bleibt dabei atmungsaktiv. Gleichzeitig wirkt ihre weiche, bauschige Struktur wie ein Polster gegen Druck und Reibung.

Legen Sie vor dem Wandern etwas ungewaschene Heilwolle auf empfindliche Stellen und ziehen Sie anschließend Ihre Socken darüber. So schützen Sie die Haut effektiv vor Reizungen und können Blasen vermeiden. Im Gegensatz zu Pflastern verrutscht sie durch Schweiß kaum und bleibt oft den ganzen Tag an Ort und Stelle. Zudem wirkt sie antibakteriell und kann unangenehme Gerüche reduzieren

3. Tragen Sie niemals neue Schuhe auf einer großen Tour

Neue Wanderschuhe sollten Sie immer zuerst einlaufen. Materialien wie Leder oder synthetische Gewebe sind anfangs oft noch steif und verursachen schneller Reibung. Tragen Sie neue Schuhe zunächst zuhause und später bei kurzen Spaziergängen. Gut eingelaufene Schuhe passen sich Ihrem Fuß an und reduzieren Druckstellen deutlich.

4. Schnüren Sie Ihre Wanderschuhe richtig

Auch die Schnürung spielt eine große Rolle, wenn Sie Blasen beim Wandern vermeiden möchten. Rutscht die Ferse im Schuh, entstehen schnell Reibung und Hitze. Besonders bewährt hat sich der sogenannte Chirurgenknoten oder doppelte Schifferknoten. Dadurch bleibt die Schnürung stabil und lockert sich nicht so leicht.

Haben Sie häufig Blasen an den Zehen, sitzt Ihr Schuh möglicherweise zu eng im Vorderfußbereich. Überspringen Sie in diesem Fall die erste Öse und beginnen Sie die Schnürung erst ab der zweiten. Das entlastet die Zehen spürbar. Auch elastische Silikonschnürsenkel können helfen, den Fuß besser zu stabilisieren.

5. Wählen Sie die richtigen Wandersocken 

Technische Wandersocken sind unverzichtbar, wenn Sie Blasen am Fuß vermeiden möchten. Verzichten Sie möglichst auf einfache Kunstfasersocken, die Feuchtigkeit speichern. Ideal sind Funktionssocken aus Merinowolle oder Mischgewebe mit hohem Wollanteil. Sie transportieren Feuchtigkeit nach außen und halten Ihre Füße trockener. Gute Funktionssocken besitzen außerdem flache Nähte und eine ergonomische Passform. Dadurch entstehen weniger Falten im Schuh – eine häufige Ursache für Reibung.

Auf mehrtägigen Touren sollten Sie mehrere Paar dabeihaben und regelmäßig wechseln.

6. Verwenden Sie Doppel- oder Unterziehsocken

Doppelsocken bestehen aus zwei Schichten. Die äußere Schicht bewegt sich im Schuh, während die innere auf der Haut bleibt. Dadurch wird Reibung reduziert.

Eine ähnliche Wirkung haben dünne Unterziehsocken, die Sie unter normalen Wandersocken tragen. Gerade auf langen Wanderungen helfen sie oft dabei, Blasen beim Wandern zu vermeiden.

7. Verwenden Sie eine Anti-Reibungscreme

Spezielle Anti-Reibungscremes bilden einen Schutzfilm auf der Haut und reduzieren Reibung an empfindlichen Stellen. Tragen Sie eine dünne Schicht auf Bereiche auf, an denen Sie häufig Blasen bekommen – zum Beispiel Fersen oder Zehen. In Kombination mit Doppel- oder Wandersocken ist der Schutz besonders effektiv.

8. Härten Sie Ihre Füße mit Kampferalkohol ab 

Kampferalkohol kann die Haut etwas widerstandsfähiger machen. Viele Wandernde reiben ihre Füße bereits zwei Wochen vor einer längeren Tour regelmäßig damit ein. Dadurch wird die Haut robuster und weniger empfindlich gegenüber Reibung.

9. Setzen Sie Tape oder Pflaster vorbeugend ein

Sporttape oder Pflaster können empfindliche Stellen schützen. Auf sehr langen Touren wie zum Beispiel der Moselsteig oder die Via Francigena lösen sich klassische Pflaster allerdings durch Schweiß häufig wieder ab.

Viele Wandernde greifen deshalb lieber zu Heilwolle. Sie schützt ähnlich gut, bleibt aber oft zuverlässiger unter der Socke sitzen – selbst über viele Kilometer hinweg.

10. Verwenden Sie Blasenpflaster

Hydrokolloidpflaster können Druckstellen polstern und Schmerzen lindern. Allerdings kleben sie oft sehr stark auf der Haut und können beim Entfernen schmerzhaft sein. Heilwolle beziehungsweise Fettwolle ist hier oft angenehmer, weil sie die Haut schützt, ohne festzukleben. Unsere Beutel mit Heilwolle sind auch als Mini-Duo erhältlich – ideal für Ihre Reiseapotheke.

11. Verwenden Sie passende Einlegesohlen

Wenn Sie häufig Blasen unter dem Fuß bekommen, können Einlegesohlen helfen. Sie reduzieren Druck und Reibung im Bereich des Fußgewölbes. Es gibt Modelle aus Gel, Kork, Schaumstoff oder Leder. Manche Sohlen sind speziell für Fersensporn oder Plantarfasziitis entwickelt.

12. Variieren Sie Ihren Gang

Auch kleine Veränderungen beim Gehen können helfen, Blasen zu vermeiden. Variieren Sie gelegentlich Ihre Schrittlänge oder rollen Sie den Fuß etwas anders ab. Dadurch werden nicht immer dieselben Stellen belastet und Druckpunkte können sich entspannen.

13. Machen Sie regelmäßig Pausen

Legen Sie etwa alle zwei Stunden eine Pause ein. Ziehen Sie Schuhe und Socken kurz aus, damit Ihre Füße trocknen und abkühlen können. Sind Ihre Socken feucht, sollten Sie sie wechseln. Wenn Sie Heil- bzw. Laufwolle verwenden, überprüfen Sie zwischendurch ihre Position und richten Sie sie gegebenenfalls neu aus. Mit trockenen und entspannten Füßen wandern Sie deutlich angenehmer weiter.

Einfache Maßnahmen gegen Blasen beim Wandern

Blasen am Fuß gehören beim Wandern nicht zwangsläufig dazu. Mit passenden Schuhen, guten Socken und etwas Vorbereitung lassen sich viele Probleme vermeiden.

Hören Sie auf Ihren Körper: Sobald sich eine Stelle heiß oder gereizt anfühlt, sollten Sie reagieren. Frühzeitiger Schutz verhindert oft, dass eine Blase überhaupt erst entsteht.

 
 

Häufige Fragen und Antworten zu Blasen beim Wandern

  • Die wichtigsten Faktoren sind gut eingelaufene Schuhe, trockene Füße und Schutz an empfindlichen Stellen. Tragen Sie atmungsaktive Wandersocken aus Merinowolle und nutzen Sie Heilwolle auf gefährdeten Bereichen. Regelmäßige Pausen helfen zusätzlich.

  • Beim Wandern werden Ihre Füße viel stärker belastet als im Alltag. Lange Gehzeiten, unebenes Gelände und Feuchtigkeit erhöhen die Reibung im Schuh deutlich. Besonders bergab rutschen die Zehen ständig nach vorne. Zusätzlich verändern Rucksackgewicht und steifere Wanderschuhe die Belastung Ihrer Füße.

  • Mögliche Ursachen sind schlecht sitzende Schuhe, starke Schweißbildung oder empfindliche Haut. Auch Fehlstellungen wie Hallux valgus oder breite Füße erhöhen das Risiko.

  • Oft hilft bereits eine bessere Schnürung. Der Chirurgenknoten stabilisiert die Ferse im Schuh. Zusätzlich können Unterziehsocken sowie Heilwolle an der Ferse Reibung reduzieren.

  • Beim Joggen entstehen noch mehr Reibung und Schweiß als beim Wandern. Wählen Sie passende Laufschuhe mit ausreichend Platz vor den Zehen und tragen Sie nahtarme Funktionssocken. Laufwolle beziehungsweise Heilwolle hilft zusätzlich, Feuchtigkeit aufzunehmen und Reibung zu verringern.

Max Wohlgemuth Kitslaar

Max Wohlgemuth Kitslaar, selbst leidenschaftlicher Wanderer, beschäftigte sich drei Jahre lang intensiv mit Struktur und Qualität der holländischen Wolle – einem Rohstoff, der den Bauern keinen Ertrag brachte. Mit Unterstützung eines Forschungsstipendiums hoffte er herauszufinden, wie sich diese Wolle für die Textilverarbeitung nutzbar machen ließe. Bis er herausfand, dass unbehandelte holländische Wolle sich hervorragend eignet, um Blasen und Druckstellen beim Laufen vorzubeugen und auch bei alltäglichen Fußbeschwerden wie Hühneraugen und Hallux valgus Linderung zu verschaffen.

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